Eine Welt ohne Bargeld

Kein Bargeld mehr in Schweden

Mal eben kurz ein Eis bezahlen oder einen Kaffee. Mit Bargeld kein Problem. Auch für Kinder und Jugendliche nicht. Aber was, wenn es im Zuge der Digitalisierung irgendwann kein Bargeld mehr gäbe? Erwachsene haben eine Kredit- oder EC-Karte, Jugendliche meistens nicht. Und wie relevant ist Bargeld eigentlich heute noch, wenn immer mehr Kaufprozesse online stattfinden? Auch hier sind Erwachsene im Vorteil durch Bezahldienste wie PayPal oder eben die Kreditkarte. Die Welt scheint sich weiterzuentwickeln, aber nimmt sie Kinder und Jugendliche mit? Wie zahlen wir in Zukunft?
Die Schweden sind in Sachen digitales Bezahlen weit vorn. Als erstes Land wollen sie bis 2023 das Bargeld abschaffen. Und neben Zimtschnecken und Softeis mit Schokokuss obendrauf, findet man in den Geschäften schon heute eine andere schwedische Spezialität: Schilder mit der Aufschrift „Vi tar inte emot kontanter“, wir nehmen kein Bargeld oder „Vänlingen betala met kort“, bitte bezahlen Sie mit Karte.
Was in Deutschland undenkbar wäre, ist in Schweden gelebter Alltag. Selbst Kleinstbeträge von wenigen Cent zahlt man dort mit Karte. Und warum? Die Beschäftigten im Einzelhandel und in den Banken haben protestiert. Sie fühlen sich unsicher, wenn sie so viel Bargeld in ihrer Nähe haben. Eine Einstellung, die viele Schweden teilen.

Vorausgegangen war eine Vielzahl von Überfällen in den Jahren 2000 bis 2010. Bargeld ist viel leichter zu klauen als ein Konto. Außerdem hat man, eine übersichtliche App vorausgesetzt, viel besser im Blick, wofür man sein Geld ausgibt. Auch eine Eigenschaft, die von den Schweden geschätzt wird. Und es geht deutlich schneller, als das Geld an der Kasse abzuzählen und Wechselgeld herauszugeben.
Und die Privatsphäre? Wie ist das mit den Daten, die man beim elektronischen Zahlungsverkehr preisgibt? Für die Schweden kein Problem. Sie lächeln ein wenig auf Deutschland mit ihrem „Datentick“ und sagen sich: „Wenn ich ein Smartphone benutze und Social Media, da bin ich ohnehin schon durchleuchtet.“ Dazu kommt: eine so abgeschottete Privatsphäre wie in Deutschland kennen die Schweden kulturell nicht. Man ist insgesamt offener miteinander, auch auf geschäftlicher Ebene.

Auch Kinder und Jugendliche zahlen in Schweden ohne Bargeld

Aber wie ist das nun mit Kindern und Jugendlichen? Wie können die in Schweden bezahlen? Ganz einfach mit „Swish“. Das ist eine von allen schwedischen Banken gemeinsam gegründete Plattform. Hier bezahlt man einfach mit seinem Mobiltelefon. Und zwar jeder, egal wie alt. Man braucht also ein Smartphone und ein schwedisches Bankkonto. Die Mobilnummer ist mit dem Konto verbunden. So kann man ganz einfach an jeden seiner Kontakte Geld schicken. So wird in Schweden auch auf dem Flohmarkt bezahlt, in Bäckereien, der Coffee-to-go. Freunde teilen sich via Swish eine Rechnung, auch Obdachlose haben eine Swish-Nummer, auf die man schnell ein paar Cent übertragen kann.

Ob wir Deutschen in die Fußstapfen unserer europäischen Nachbarn treten werden, wird sich noch zeigen. Aber es geht ja nicht nur ums Eis, den Kaffee oder das Croissant beim Bäcker. In unserem nächsten Artikel sprechen wir über alle Sachen, die wir online kaufen.

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